Mittwoch, 7. September 2016

''Das Auslandsjahr ist vorbei''

Hallo ihr Lieben,

am Wochenende war meine NBT (Nachbereitungstagung) und ich dachte, dass das noch einmal ein guter Zeitpunkt für einen Post ist. Die Nachbereitungstagung soll uns die Rückeingewöhnung in Deutschland leichter machen und man bekommt Infos über YFU und die ehrenamtliche Arbeit im Verein.
Die NBT war echt cool, weil man wieder ganz viele tolle Menschen kennengelernt hat, die die unterschiedlichsten Geschichten zu erzählen hatten und in ganz unterschiedlichen Ländern waren.
Wir hatten viele AGs wieder und das wohl schwerste für uns alle war wohl der Satz: ''Das Auslandsjahr ist vorbei und es kommt auch nie wieder''.
Natürlich wussten wir das schon alles, aber so wirklich realisieren wollte man es doch nicht. Man war doch selbst noch irgendwie halb woanders..aber man muss es realisieren.
Unser Auslandsjahr ist vielleicht vorbei, aber jetzt können wir den Gedanken weitertragen und dabei helfen, anderen ein solches Jahr zu ermöglichen.
Ich werde jetzt wahrscheinlich die Co-Betreuung einer Austauschschülerin in meiner Stadt übernehmen und vielleicht auch bald bei Auswahlen und Tagungen mithelfen. :) Ich möchte mich jetzt auf jeden Fall bei YFU engagieren und so wird das Auslandsjahr doch immer irgendwie Teil meines Lebens bleiben. :)
Ich bin froh für diese Erfahrung und die NBT war denke ich noch einmal ein guter Abschluss! Alles zu seiner Zeit..
Aber die Erinnerungen bleiben für immer und die möchte ich auch nie verlieren.:)
Danke an alle, die dieses Jahr meinen Blog verfolgt haben! Das bedeutet mir echt viel!
Vielleicht werde ich irgendwann wieder maö etwa posten:) Vielleicht über mein nächstes Ziel;)

Bis dahin,

Eure Lisa

Sonntag, 17. Juli 2016

Zurück in Deutschland

Hallo ihr Lieben,

seit zwei Wochen bin ich jetzt wieder in Deutschland. Es war schön all meine Freunde und meine Familie wiederzusehen, aber gerade jetzt am Anfang ist es ein komisches Gefühl. Man war für 11 Monate nicht mehr da und von einen Tag auf den Anderen taucht man wieder auf und irgendwie ist es so, als wäre man nie weg gewesen.
Natürlich haben sich Dinge geändert, aber irgendwie doch weniger als ich davor gedacht hätte.
Ich merke aber auch, dass ich viele Angewohnheiten aus Brasilien mit nach Deutschland genommen habe. Ein Beispiel wäre zum Beispiel, dass ich mich immer panisch umschaue, wenn ich auf der Straße ein Handy benutze oder immer noch morgens meine Schuluniform anziehen möchte.
Ein Teil von mir wird immer in Brasilien bleiben und das ist es, was man eigentlich so gut wie von allen Austauschschülern hört. Man lässt einen Teil des Herzens in einem anderen Land.
Ich schaue mir oft einfach die Bildern der letzten 11 Monate an und ich kann wirklich glücklich sein, dass ich all das erleben durfte. Es war eine unvergessliche Zeit und meine Lust, noch öfters ins Ausland zu gehen, ist dadurch nur noch größer geworden.
Jetzt ist erst einmal Sommer hier in Deutschland und ich versuche die Zeit so gut es geht auszunutzen und viel mit Freunden und Familie zu unternehmen. Leider kann ich aus Zeitgründen nicht bei dem  Zurück-zu-Hause-Zelten  von YFU mitmachen, aber dafür fahre ich Anfang September auf eine NBT (Nachbereitungstagung). Dort werde ich dann viele andere Austauschschüler aus meiner Landesgruppe kennenlernen und wir werden viel über die Zeit nach dem Auslandsjahr reden.
Außerdem war ich letzten Freitag in München und dort hatte ich ein Abschlussgespräch im Kultusministerium wegen des Stipendiums. Direkt danach war die Stipendienvergabe für die neuen Stipendiaten für 2016/17 und es war ein komisches Gefühl, denn vor einem Jahr waren wir genau an deren Plätzen und jetzt ist alles vorbei. Damals waren wir noch so aufgeregt und keiner wusste, was genau auf einen zukommen würde und jetzt erzählt man schon von seinen Erfahrungen. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Wenn man sie so sieht, wie sie alles noch vor sich haben, dann kommt schon noch einmal die Lust auf, auch wieder mitzugehen.
 Ich konnte jedoch aus zeitlichen Gründen nicht mehr bei der Verleihung teilnehmen.
Mein deutscher Alltag hat wieder angefangen. Ich gehe wieder in die Schule und mache so gut wie dieselben Sachen in meiner Freizeit wie davor. Es ist, als wäre ich nie weg gewesen und doch ist irgendetwas anders..
Ich denke, dass ich noch einen Post über die Sachen machen werde, die YFU jetzt nach dem Auslandsjahr anbietet, aber es wird etwas ruhiger werden auf dem Blog.

Bis bald,

eure Lisa

''You'll never be completely at home again, cause part of your heart always will be elsewhere"







Samstag, 2. Juli 2016

''Wir verlassen unsere Familie und Freunde, um zu unserer Familie und unseren Freunden zurückzukehren''

Hallo ihr Lieben,

Jetzt ist es also soweit. Der Moment, der immer so weit entfernt schien, ist gekommen. 11 Monate sind wie im Flug vergangen und jetzt sitze ich zum letzten Mal in meinem Bett und schreibe einen letzten Blog-Eintrag aus Brasilien. Schon in wenigen Stunden werde ich mich mit den anderen Austauschschülern am Flughafen in Rio de Janeiro treffen und zusammen geht es dann zurück in unsere Heimatländer.
Die letzte Woche bestand aus vielen Abschieden. Von meiner Gastmutter, von meiner Schule, meiner Klasse und vielen mehr. Heute steht nun der endgültige Abschied an. Ich werde das letzte Mal aus dem Haus gehen und ich weiß nicht, wann ich es das nächste Mal betreten werde. Ich werde das letzte Mal durch die Straßen dieser Stadt fahren und das letzte Mal für lange Zeit nach Rio de Janeiro fahren.
Ich kann es noch nicht wirklich realisieren. In weniger als 24 Stunden wird sich alles ändern. Von einen Tag auf den Anderen. In meinem Kopf ist das nicht angekommen. Ich werde das wohl erst im Flugzeug realisieren, dass es nun wirklich vorbei ist. Mein Auslandsjahr ist vorbei. Für immer. Und diese Zeit, wie sie jetzt ist, kommt nie wieder.
Was einem bleibt sind die Erinnerungen. Ich werde immer auf dieses Jahr zurückblicken. Auf alles was ich erlebt und gelernt habe. Auf alle Personen, die ich kennengelernt habe und die mir jetzt so wichtig sind. Auf die Freundschaften, die ich hoffentlich nie wieder verlieren werde und natürlich meine 2. Familie. Meine brasilianische Familie, welche mich als völlig Fremde aufgenommen hat und jetzt wirklich zu meiner Familie geworden ist.
Es ist schwer zu beschreiben was ich fühle, weil ich es selbst gar nicht so genau weiß.
Es ist schön zu sehen, dass man den Menschen wichtig ist, wenn sie zum Beispiel anfangen zu weinen beim Abschied, aber es ist auch schwer das zu sehen. Denn man weiß warum sie weinen: Man weiß nicht, ob und wann man sich das nächste Mal sieht.
Das ist wohl der größte Unterschied zu dem Abschied vor 11 Monaten: Ich wusste immer das Datum an welchem ich zurück nach Deutschland kommen würde und wann ich alle wiedersehen werde. Diesmal ist das nicht so. Man verspricht immer, dass man wiederkommt, aber wann? Ich weiß es nicht. In einem Jahr? In 5 Jahren? In 20 Jahren?
Ein Teil meines Herzens wird für immer in Brasilien bleiben und ein Teil Brasiliens wird immer in mir bleiben. Es gibt nichts, was man mit dieser Erfahrung vergleichen könnte.
Ich hatte noch nie ein Jahr zuvor, in welchem ich so viel gelacht und gleichzeitig geweint habe, wie in diesem. In noch keinem Jahr davor, haben meine Gefühle so schnell gewechselt.
Ich bin selbstbewusster, selbstständiger, entspannter und offenere geworden. Ich könnte so viele Dinge aufzählen, welche ich in diesem Jahr gelernt habe. Man kann diese Erfahrung in Worten wohl kaum beschreiben, aber wenn es ein Wort mit Sicherheit trifft, dann ist es: unvergesslich!
2015/16 hat sich wieder eine Generation von Austauschschülern ein Leben in einem anderen Land aufgebaut. Jeder hat andere Erfahrungen gemacht, gute und schlechte, aber eines ist sicher: Keiner wird diese Erfahrung je wieder vergessen. Es hat die Leben von uns allen geprägt und verändert.
Ohne dieses Jahr wären wir nicht die Personen, die wir jetzt sind. Zumindest auf mich trifft das komplett zu. Ich habe wohl noch nie so viel gelernt und bin so viel gereift wie in diesen 11 Monaten.
Umso komischer ist der Gedanke, dass man in wenigen Stunden nicht mehr hier sein wird.
In weniger als 24 Stunden werde ich wieder in Deutschland sein. In weniger als 24 Stunden werde ich mein altes Leben weiterführen, aber doch wird es komplett anders sein. Denn alles hat sich verändert. Ich hab mich verändert, die anderen Personen und die Umgebung. In weniger als 24 kann ich meine  Familie und Freunde wieder in den Arm schließen, aber dafür musste ich erst einmal meine Familie und meine Freunde verlassen. In weniger als 24 Stunden wird alles anders sein, mal wieder.
Ich werde jetzt immer zwischen zwei Länder hin- und her gerissen sein.
Mein Herz ist nicht mehr nur schwarz, rot, gold, sondern auch grün, gelb, blau und weiß.
Ich bedanke mich bei allen, die dieses Jahr möglich gemacht haben und es so unvergesslich gemacht haben!!
Aber jetzt ist es an der Zeit mich zu verabschieden. Alles zu seiner Zeit und ich wusste immer, dass es nur 11 Monate sein würden.
Auf geht's in mein neues altes Leben,in ein neues Kapitel, mit vielen anderen neuen tollen interessanten Erfahrungen...

Eure Lisa






Letter to a future exchange student <3



Sonntag, 26. Juni 2016

Abschlusstreffen, Festa Junina und das letzte Mal Schoko-Pizza

Hallo ihr Lieben,

das wird nun also schon mein vorletzter Eintrag aus Brasilien.
In der Woche nach meinem letzten Eintrag, musste ich einen Vortrag über Deutschland und über ein Auslandsjahr in meiner Schule halten. Dafür brachte ich einige deutsche Süßigkeiten (z.B. Haribo) und Dinge, die mich immer an meinen Austausch erinnern werden mit in die Schule. Außerdem kam ich an diesem Tag mit Dirndl in die Schule. Ich fand es schön zu sehen, wie viele Menschen aus meiner Schule sich für meine Kultur interessieren. Danach wurden mir noch ganz viele Fragen gestellt und mir wurde oft gesagt, dass ich doch hier bleiben soll und dass sie mich vermissen werden. Es ist schön zu merken, dass man wirklich in die Schulgemeinschaft aufgenommen wurde. Der schönste Moment war für mich, als meine Direktorin angefangen hat zu weinen und danach auch noch einmal gesagt hat, dass ich für immer ein Teil der Schule bleiben werde und sie einiges von mir lernen konnte. Am Schluss gab es dann auch noch Essen-traditionell Brasilianisch und traditionell Deutsch.
Da an dem Sonntag danach hier in Brasilien so etwas wie Valentinstag war (den 14. Februar gibt es dafür nicht), konnte man in der Pause 'Liebesnachrichten' an jemanden schicken und diese wurden dann laut und mit Absender und Empfänger vorgelesen. Es war auf jeden Fall sehr lustig.
Danach ging es zwar wieder weiter mit Unterricht, aber da der Lehrer mal wieder nicht erschien, hat meine Klasse dann angefangen zu singen und zu tanzen. Es war ein so schöner Tag, mit vielen kleinen Highlights und ich werde ihn nie vergessen.
An diesem Tag war auch abends unser letztes Treffen in der Nachbarstadt mit unserem Portugiesisch-Lehrer.
Am nächsten Tag fand die Geburtstagsfeier meiner Gastmutter statt und es gab ganz viel Pizza und Live-Musik, auch wenn es nur eine kleine Feier bei uns zu Hause war. Ich kann es immer noch nicht wirklich glauben, dass ich an diesem Abend wirklich mit Decke und zwei Jacken draußen saß, da es so kalt war. Dies war wohl das letzte Mal, dass ich Pizza mit Schokolade und Erdbeeren gegessen habe. Aber vielleicht kann man damit ja in Deutschland irgendwann mal anfangen. ;)
In der Woche danach fand dann auch schon das Abschlusstreffen von meiner Organisation YFU in einer Nachbarstadt statt. Es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass man das letzte Mal in dieser Konstellation zusammen sitzt und dass man das letzte Mal in dieser Stadt ist, welche so viele Erinnerungen birgt.
Ansonsten waren die Wochen ganz normal.
Gestern war ich auf dem traditionell brasilianischen Festa junina (Juni-Fest) in meiner Schule. Das ist ein Fest des Heiligen Sao Joao. Es gibt ganz viele traditionelle Süßigkeiten und die Kleidung ist auch sehr traditionell im ländlichen Stil (Jungs tragen karierte Hemden und Strohhüte, Mädchen traditionelle Kleider und Stiefel)
Es wird ein traditioneller Tanz aufgeführt (quadrilha). Bei meiner Schule gab es da den traditionellen Teil und einen sehr modernen Teil.  Davor wird immer ein Theaterstück aufgeführt, welches eine Hochzeit darstellt und der Tanz danach ist sozusagen das Hochzeitsfest. Ich fand es schön, dass ich das miterleben konnte.
Und jetzt? Jetzt ist es nicht einmal mehr eine Woche bis ich wieder zurück nach Deutschland fliege.
In etwa genau einer Woche werde ich meine Familie und meine Freunde wieder in den Arm schließen.
Aber davor steht noch der schwierigste Teil des Auslandsjahres bevor: Der Abschied.
Schon am Dienstag werde ich mich von meiner Gastmutter verabschieden müssen, da sie zu einem Kurs nach Sao Paulo muss und erst am Wochenende zurückkommen wird.
Am Donnerstag werde ich dann das letzte Mal in die Schule gehen und es wird mir auf jeden Fall schwer fallen mich von meiner verrückten aber liebenswerten Klasse zu verabschieden. Ich habe sie einfach so sehr ins Herz geschlossen und es ist komisch, dass ich nur noch 4 Tage lang Teil dieser Klasse sein werde. Nur noch 4 Tage bin ich Nummer 13 auf der Klassenliste und sitze in der vorletzten Reihe neben meinen besten Freunden. Nur noch 4 Tage lang werde ich den Schulweg entlang gehen, welchen ich 11 Monate lang fast jeden Tag entlang ging und nur noch 4 Tage werde ich mit einer meiner besten Freundinnen hier nach Hause laufen. Alles was die letzten 11 Monate so normal war, werde ich von einen Tag auf den anderen nicht mehr machen.
Nächsten Donnerstag und Freitag gehe ich mit meinen Freunden noch auf ein Fest bei uns in der Stadt und werde so meine beiden letzten Tage noch nutzen, bevor es dann am Samstag zum Flughafen geht. Wo ist die Zeit nur hin?
Es ist so viel passiert in dem Jahr und es kommt mir immer noch so vor, als wäre das Alles ein großer Traum und ich wache bald auf und das Alles ist eigentlich gar nicht passiert. Aber es ist kein Traum. Es ist alles wirklich passiert und ich bin einfach nur so dankbar dafür.

Bis bald,

eure Lisa


Festa junina

Blick aus meinem Klassenzimmer

Nachbarstadt

Festa junina
Abschlusstreffen

Süße Pizza

Leider hat es nicht geklappt meine Videos von gestern hochzuladen, also habe ich ein Beispiel für den traditionellen Tanz auf Youtube gesucht, damit ihr euch vorstellen könnte, wie das in etwa ausgesehen hat:


Sonntag, 5. Juni 2016

10/11 Monate Brasilien-die letzten 4 Wochen in den Tropen

Hallo ihr Lieben,

heute ist es genau 10 Monate her, dass ich in Brasilien angekommen bin. Und wie fast jeden Tag stell ich mir die Frage: Wo ist die Zeit nur hin? Vor 10 Monaten wusste ich nicht, was in diesem Jahr auf mich zukommen würde, was ich erleben würde, ob ich mich zu Hause fühlen würde und mit welchen Leuten ich mein Auslandsjahr erleben würde. Jetzt-10 Monate später- sieht das schon alles anders aus und ich bin kurz davor mich von allem zu verabschieden und voller Erinnerungen zurück nach Deutschland zu gehen. Denn Erinnerungen sind das, was uns keiner wegnehmen kann. Ich kann die Wochen, die ich hier noch habe, schon an einer Hand abzählen. Und das heißt was? Die Zeit der Abschiede hat begonnen.
Letzte Woche war das letzte Mal meine Gastschwester aus Sao Paulo zu Besuch, zusammen mit ihren beiden kleinen Kindern und das war wohl der erste wirkliche Abschied. Ich weiß nicht, wann ich sie das nächste Mal wiedersehen werde. Es ist ein komisches Gefühl. Vor einem Jahr war der Abschied anders. Man wusste, dass man nach 11 Monaten wiederkommen würde und alle wiedersehen würde, aber diesmal ist es anders. Man weiß eben nicht wann genau man wiederkommt. Wann genau man alle wieder in den Arm schließen kann. Das ist schon ein komisches Gefühl.
Am Anfang ist alles neu, man fühlt sich anders, man fühlt sich noch nicht ganz wie ein Teil der Gemeinschaft, aber von Monat zu Monat wird das besser. Man selbst passt sich man, man lernt alles besser kennen und irgendwann ist es einfach nur Normalität. Es ist so, als hätte man sein Leben nichts anderes gemacht. Jeden Tag derselbe Schulweg, derselbe Blick aus dem Klassenzimmer, dieselben Menschen um einen herum und es ist einfach normal. Ich fühle mich zu Hause hier.
Es sagen immer alle: In der ersten Hälfte baut man sich alles auf und in der zweiten Hälfte lebt man.
Und das stimmt wirklich. Aus diesem Grund kommt es einem auch so vor, als würde die zweite Hälfte eines Auslandsjahres schneller vergehen. Man lebt einfach sein neues Leben, ein Leben mit Höhen und Tiefen, ein Leben, wie jeder anderer hier auch hat.
In den letzten Wochen habe ich viel mit Freunden und Familie gemacht. Egal, ob eine Freundin bei dir übernachtet, man Essen geht, man sich mit Freuden auf der 'sitio' (Grundstück außerhalb der Stadt) trifft oder bei jemanden zu Hause und ein churrasco macht, man auf einen Geburtstag geht oder zu irgendeinem anderen Fest: Es ist, als wäre man nicht mehr anders. Es ist einfach normal und man gehört dazu.
Allein die Vorstellung, dass ich in 4 Wochen all diese Menschen, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind, zum letzten Mal für eine lange Zeit sehen werde, ist eine komische Vorstellung. Ich will eigentlich noch gar nicht daran denken.
Aber nicht nur die Menschen, auch den Ort werde ich vermissen. Das Blau des Himmels, das Grün und Rot der Hügel, der Blick aus meinem Zimmer, die Palmen..All das wird für immer in meinen Erinnerungen bleiben.
Meine Gefühle ändern sich mal wieder stündlich. Einerseits will man wieder zurück und im nächsten Moment will man einfach nur hier bleiben und will gar nicht an den Tag der Rückreise denken. Es ist alles auf einmal und man weiß nicht genau was man fühlen soll und was man eigentlich wirklich will.
Es ist wohl eine der schwierigsten Zeiten während eines Auslandsjahres von den Gefühlen her.
Jeden Tag sehe ich zur Zeit Austauschschüler, die schon nach Hause müssen, etwas über den Abschied posten. Jeden Tag sieht man Austauschschüler nach Hause gehen und da merkt man: Bald ist man auch dran..Die Generation von Austauschschülern 2015/2016 ist am Ende des Auslandsjahres angelangt und bald werden wir alle wieder in unseren Heimatländern sein. Voller Geschichten, voller Erinnerungen an all das was wir erlebt haben.
Ich muss mir jetzt langsam Gedanken darüber machen, wie ich alles nach Deutschland transportieren kann und ich werde nächste Woche wahrscheinlich schon einmal ein Paket vorschicken. Zum wiederholten Mal heißt es nun: Packe dein Leben in einen Koffer! Und zum wiederholten Mal wird das keine leichte Aufgabe.
Nächste Woche werde ich außerdem noch eine Präsentation in der Schule über Deutschland und Austausch halten.
Ende Juni findet in Brasilien das 'festa junina' (Juni-Fest) statt und zur Zeit bereitet meine Schule gerade den Tanz für das Fest an unserer Schule vor. Auch ich war bei einer Probe dabei, habe jedoch nach dieser Stunde gemerkt, dass ich das Tanzen wohl doch lieber den anderen überlassen sollte und selbst nur als Zuschauer zu dem Fest gehen sollte.
Ich werde jetzt erst einmal noch das Beste aus den letzten Wochen hier herausholen und den letzten Monat auch noch genießen.
Ich melde mich dann in drei Wochen wieder.

Até mais,

eure Lisa:)

Ich habe aus den letzten Wochen kaum Bilder, außer mit Freunden zusammen, welche ich aus Gründen von Privatsphäre hier nicht posten werde. Trotzdem hier eine kleine Auswahl der letzten 3 Wochen:

Hängematte und Buch<3

'Deutsche Torte' (kommt aber nicht aus Deutschland:D)



Fleisch, Fleisch, Fleisch- das Motto der Brasilianer (churrasco)

Heimatsgefühle:D






Dienstag, 17. Mai 2016

Mit Anakonda, Faultier, rosa Delfin und Alligator über den Amazonas

Hallo ihr Lieben,

ich bin gestern von meiner unvergesslichen Reise zum Amazonas wiedergekommen und kann es noch nicht glauben, dass ich wirklich da war! Es war so atemberaubend schön und wohl die beste Reise meines bisherigen Lebens! Die Natur, die Menschen und alles was wir gemacht haben-einzigartig.
Am 7.5 hieß es für mich um 2 Uhr nachts aufstehen, damit ich pünktlich um 7:10 Uhr von Rio mit zwei anderen Austauschschülern nach Belo Horizonte fliegen konnte und von dort aus dann mit ganz vielen anderen ATS weiter nach Manaus fliegen konnte. Allein schon der Anflug in Manaus ist wunderschön, da man direkt über den Regenwald und den Fluss fliegt. An dem Tag selbst haben wir dann aber nicht mehr viel gemacht, außer in unserem wunderschönen Hotel mit riesigem Pool und kleinem Zoo auf die anderen Austauschschüler gewartet zu haben. Am Abend gab es dann noch eine kleine Begrüßungsveranstaltung und bis dahin hatte die Reise noch nicht viel mit dem Dschungel-Abenteuer abseits der Zivilisation zu tun, denn Manaus ist eine Großstadt, zwar am Amazonas, aber man hat dort trotzdem alles genau wie überall sonst auch. Am nächsten Tag haben wir noch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht und haben an einem riesigen Markt und am Teatro Amazonas angehalten. Danach sind wir 2 Stunden in einen anderen Ort gefahren (Straße führt durch den Regenwald) und haben dort dann abends schon unsere erste Wanderung im Regenwald gemacht. Sie fing bei Tageslicht an und hörte in völliger Dunkelheit auf. Ohne Taschenlampe wäre man aufgeschmissen gewesen. Es ging auch in eine Fledermaus-Höhle und wir konnten in einem Wasserfall baden gehen und selbst dieser Abend war unglaublich. Danach gab es noch einen kulturellen Abend mit einer traditionellen Tanzgruppe und danach wurde ein Quiz gemacht, um die Boots-Gruppen (dazu komm ich später noch) zu bestimmen.
Am nächsten Morgen bin ich erst einmal mit einer kleinen Lebensmittelvergiftung aufgewacht und konnte bei der kleinen Wanderung zu einem Wasserfall leider nicht mitmachen. Dafür ging es mir dann wieder besser und ich konnte ganz normal weitermachen. Wir sind mittags wieder zurück nach Manaus gefahren, um dort dann in unsere Boote zu steigen, denn der Rest der Reise fand mit Booten statt. Diese hießen: Anaconda, bicho-preguica (Faultier), boto cor-de-rosa (rosa Amazonas-Delfin) und jacaré (Alligator). Dadurch erklärt sich jetzt auch der Titel von meinem Post. Ich selbst war auf dem Boot Anakonda (natürlich das coolste Boot ;)) und genau das wurde eben bei diesem Quiz am Abend zuvor bestimmt. Alle Leute auf einem Boot sind wie eine Familie zusammengewachsen. Denn für sieben Tagen lebt man zusammen. Natürlich hat man auch ab und zu einmal mit den anderen Booten etwas zusammen gemacht, aber den Großteil hat man doch in den einzelnen Boots-Gruppen verbracht.
Nachdem wir auf dem Boot angekommen sind, sind wir an Manaus vorbei zu dem Treffen der zwei Flüsse gefahren und es gab Mittag essen (immer zwei Boote essen zusammen auf einem extra Essens-Boot). Es treffen dort die Flüsse Rio Negro und Rio Solimoes aufeinander, die zusammen den Amazonas bilden. Der eine ist schwarz und der andere braun und durch unterschiedliche Dichte, Geschwindikeit und Temperatur ist es eine saubere Linie, wenn sie aufeinander treffen (Bild unten).
Wir waren auf der ganzen Reise aber nur auf der schwarzen Seite, also auf dem Rio Negro unterwegs.
Danach sind wir zu den riesigen Victoria Seerosenblättern gefahren und haben auf dem Weg dorthin schon Affen in den Bäumen, ein Faultier und einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen.
Damit war der erste Tag schon vorbei und die erste Nacht in der Hängematte hat begonnen und auch wenn es schwer zu glauben ist- es war bequem darin zu schlafen.
Am nächsten Tag sind wir ein wenig weiter gefahren und haben einen echten Indianer-Stamm besucht. Dort haben wir über die traditionelle Heilkunst erfahren und haben eine Schule besucht und uns einige Bräuche erklären lassen. Dort gibt es auch ein Ritual mit giftigen schmerzhaften Ameisen worüber es auch schon einmal einen Bericht von Galileo gab (unten verlinkt). Dort habe ich mir ein traditionelles Tattoo machen lassen, welches angeblich 15 Tage halten soll. Danach sind wir zu einem riesigen Baum gefahren und danach konnten wir das erste Mal im Fluss baden gehen und sind sogar banana boat gefahren und konnten das stand-up paddle board von unserem Boot benutzen. Am Abend haben wir noch eine Geburtstagsfeier für eine von unserem Boot gemacht und haben dabei wohl wegen zu lauter Musik ein Indianerdorf in der Nähe gestört..das passiert wenn zu viele Austauschschüler zusammen sind.
Am nächsten Morgen sind wir zu einem kleinen Dorf gefahren und haben uns Acai-Bäume und Mandioca Pflanzen angeschaut und uns die traditionelle Herrstellung von Tapioca-Mehl erklären lassen und durften uns danach alle Tapioca in einer riesigen Pfanne machen. Danach durften wir wieder baden gehen und am Nachmittag waren wir mit allen Booten in einem Dorf (kein Indianer-Stamm) am Amazonas. Dort haben wir die Schule besucht, gegen das Dorf Fußball gespielt und Armbänder gemacht. Es war echt eine tolle Erfahrung das Leben der Menschen kennenzulernen.
Am nächsten Morgen sind wir Piranha-Fischen gewesen. Leider habe ich zwar keinen gefangen, aber ein paar andere auf meinem Boot schon. Danach sind wir zu den 'rosa' Amazonas-Delfinen gefahren um mit diesen zu schwimmen, aber selbst nach Ortwechsel haben diese sich nicht blicken lassen und wir beschlossen am nächsten Tag noch einmal wieder zu kommen. Am Nachmittag ging es dann auf die Suche nach Faultieren und mit diesen konnten wir dann auch Fotos machen. Danach sind wir noch zu einer riesigen Anakonda gefahren und am Abend sind wir auf der Suche nach Alligatoren gewesen und haben auch mit den kleinen Babies Bilder machen können. Zum Abschluss des Abends gab es dann noch eine Präsentation über ganz Amazonien von dem Indianer, welcher uns den ganzen Trip über begleitet hatte.
Am nächsten Morgen sind wir dann noch einmal zu den Delfinen gefahren und diesmal hatten wir Glück und wir konnten mit ihnen schwimmen.*_* Danach sind wir mit allen Booten zusammen zu einem Strand gefahren (selbst am Amazonas gibt es Traum-Strände). Am Nachmittag sind wir dann noch mit traditionellen Kanus gefahren, was echt gar nicht so leicht war, haben wieder Armbänder aus Acai-Samen gemacht und sind wieder schwimmen gewesen. Am Abend sind wir dann wieder in den Wald rein und haben dort dann mitten im Wald in unseren Hängematten übernachtet. Zusammen mit Spinnen, Fröschen, Eidechsen, Riesen-Grashüpfern und den ganzen anderen Tieren, die man nicht gesehen hat, aber die auch da waren. Es war eine echt einmalige Erfahrung.
Der nächste Tag war dann auch schon unser letzter kompletter Tag. An diesem sind wir Vögel beobachten gewesen, ohne großen Erfolg, konnten noch einmal baden gehen und haben nachmittags noch eine echt interessante Wanderung durch den Wald gemacht, bei dem uns ein Indianer viel über natürliche Medizin und Mückenschutz erklärt hat.
Am Sonntag waren wir dann morgens noch einen Baum pflanzen, welcher auch als Erinnerung an unser Auslandsjahr gelten soll. Und noch passender: Es war ein Acai-Baum. Acai-das wohl Beste Essen in ganz Brasilien.
Am nachmittag haben sich alle Boote dann auf einem Boot versammelt und wir hatten ein Abschluss-Meeting, haben Bilder gemacht, auf Flaggen unterschrieben, in Abschiedsbücher geschrieben und so weiter und dann ging es nach dem Abendessen auch schon zum Flughafen.
Dort mussten wir dann 5 Stunden warten, bis wir dann um 1:30 nach Belo Horizonte geflogen sind und dann um 8:15 wieder nach Rio. Ich hatte Glück, denn wir haben bei dem Anflug auf Belo Horizonte den Sonnenaufgang gesehen und in Rio sind wir direkt am Cristo Redentor und an den Stränden vorbei geflogen. Das war noch einmal ein schöner Abschluss meiner Reise, die ich nie vergessen werde.
Danach bin ich nur noch mit den Bus nach Hause und habe wirklich den Rest des Tages geschlafen, denn die Reise hat einen echt müde gemacht.
Ich hoffe wirklich, dass ich alle bald mal wiedersehen kann und ich irgendeinmal wieder zum Amazonas kommen kann. Ich kann es nur jedem empfehlen die Chance zu nutzen, falls ihr sie bekommt. Es ist einfach toll nachts die Affen zu hören oder nach dem Aufstehen erst einmal Delfine zu sehen. Die Landschaft ist einfach unglaublich und mit dieser Reise haben sich einige meiner Lebensträume erfüllt!
Jetzt habe ich nur noch sieben Wochen hier und versuche diese so unvergesslich wie möglich zu machen!

Bis bald,

eure Lisa:)


































Bis 5:30 geht es um das Ritual am Amazonas:




Montag, 2. Mai 2016

Von Spinnenattacken bis Kälteeinbruch

Hallo ihr Lieben,

ich wollte einmal wieder einen Eintrag über die letzten Wochen machen. Es waren wieder recht entspannte Wochen, welche ich viel am Pool verbracht habe mit Freunden oder mit meiner Familie. Wir waren Essen, auf einem Geburtstag, bei Freunden oder Ähnliches. Halt ein ganz normales Leben. Am 17. April fand die Abstimmung über den Prozess zum Impeachment der brasilianischen Präsidentin statt. Einige von euch wissen vielleicht, dass Brasilien zur Zeit in einer ziemlichen Krise steckt und generelle Unzufriedenheit herrscht. Es gibt sehr viele Demonstrationen und jetzt wird der Prozess zur Absetzung der Präsidentin veranlasst und der Ex-Präsident wird voraussichtlich festgenommen. Es ist ein sehr Komplexes Thema und es sind sehr viele Dinge, die dazu beigetragen haben, dass hier zur Zeit eine solche Situation herrscht. Auf jeden Fall kamen an dem Tag der Abstimmung zum Impeachment Freunde meiner Gasteltern zu uns nach Hause und wir haben ein kleines Fest daraus gemacht. Es gab churrasco, kleine Häppchen, Sekt und mein Gastvater hatte sogar Silvester-Raketen gekauft,um diese anzuzünden, wenn der Prozess genehmigt werden würde (was natürlich auch der Fall war). Ganz Brasilien war an diesem Tag entweder auf der Straße oder zu Hause vor dem Fernseher. Alle hoffen einfach nur, dass die Situation so schnell wie möglich besser wird, auch wenn das wohl noch ein wenig dauern wird.
Wir hatten in der Schule auch einmal wieder unsere Test-Woche. Das hieß diesmal, jeden Tag nur 2 Stunden Unterricht, danach Pause und danach die Arbeiten. Wenn man fertig war, durfte man gehen. Das heißt ich war nie später als 10:30 zu Hause. Ich persönlich mag diese Wochen, da für mich die Noten nicht zählen. Für die Anderen jedoch ist es nur Stress. Das war auch schon die letzte dieser Wochen für mich, denn die nächste wird erst Mitte Juli sein.
Am 21. und 22. April hatte ich mal wieder schulfrei und wir waren wieder in diesem Wasserpark mit der riesigen Wasserrutsche und es war echt ein schöner Tag. Außerdem habe ich mal wieder mit Freunden und Familie in Deutschland geskypt oder war einfach nur in meinem Club hier am Pool (aktuelle Hauptaktivität, weil ich nicht mehr ins Fitness gehe).
Ansonsten war ich einmal wieder fasziniert von der Größe eines Geburtstages für eine 1-jährige. Es gab einen riesigen Tisch mit Süßigkeiten, eine Hüpfburg und andere Dinge für die Kinder, kleine Geschenkkörbe für alle anwesenden Kinder und so weiter und es waren sicher mehr als 100 Leute anwesend. Und das alles für eine 1-jährige. Brasilianer lieben halt Feste.Sie lieben sie so sehr, dass sie für einen 15. Geburtstag (riesige Feste, vergleichbar mit einer Hochzeit) auch einmal bis zu 50.000 Euro ausgeben würde. Die Familien, die diese Tradition mit dem 15. Geburtstag machen, lassen ihre Tochter entscheiden, ob sie eine Party oder eine Reise zu ihrem Geburtstag haben möchte. Ich selbst verstehe nicht, warum dann so viele Mädchen sich für die Party entscheiden, weil das nur ein Abend in ihrem Leben ist und sie ihn selbst vielleicht nicht einmal so ganz genießen können, zwischen begrüßen und Bilder machen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf diesen Geburtstagen kommen auch gern einmal bis zu 600 Leute, das Mädchen hat mehrere Kleider, der Vater (und Freund) tanzen Walzer mit ihr. Es gibt eine Choreo zusammen mit Freunden und danach gibt es DJs, Bands und alles Mögliche.Dafür geben die Eltern dann halt ein kleines Vermögen aus, aber trotzdem machen es immer noch recht viele. Diese Tradition gilt übrigens nur für de Mädchen.
Letzte Woche Mittwoch wurde es von einen Tag auf den anderen kalt hier-und ob man es glaubt oder nicht, 20 Grad fühlen sich hier wirklich eiskalt an. Ich selbst laufe seitdem auch nur noch mit Pulli und langer Hose rum. Ich brauch zum Schlafen jetzt sogar eine Decke und morgens lauf ich mit Jacke zur Schule. Ich glaube das letzten Mal war es im September so kalt. Wir sind jetzt aber schon wieder auf dem Weg Richtung Wärme. Heute gibt es sogar schon wieder Sonne. Ich habe in den letzten Tage nur einmal gesehen, wie sehr Brasilianer ihre Havaianas wirklich lieben. Während man in Deutschland mit Socken doch nie auf die Idee kommen würde Flip Flops anzuziehen, lassen sich es Brasilianer auch bei Kälte und mit Socken nicht verbieten ihre geliebten Schuhe zumindest zu Hause anzuhaben.
Vor zwei Wochen hatte ich auch echt einen wundervollen Austauschschüler- Moment. Als ich morgens wie immer unser Grundstück verlassen wollte und ich nichts ahnend Richtung Tor gegangen bin, saß dort auf einmal direkt davor eine richtig fette Vogelspinne. Da ich total erschrocken bin, bin ich sofort umgedreht und zurück ins Haus. Danach habe ich meinen Gastvater aufgeweckt und dieser musste mich dann erst einmal von der gemeinen Spinne retten. Auch meine Gastmutter war sehr amüsiert darüber. Seitdem habe ich jeden Tag Angst aus dem Haus zu gehen und schaue immer ganz genau, bevor ich irgendwo hingehe.
Eigentlich wollten wir dieses Wochenende an den Strand fahren, aber, da es ja kalt und regnerisch war, sind wir dann leider doch nicht gefahren.
Ich habe dieses Wochenende einmal wieder die große Liebe der Brasilianer für churrascos festgestellt. Innerhalb von nur zwei Tagen, war ich auf drei churrascos. Das ist wirklich etwas was die Brasilianer ausmacht.
Ich verstehe ja jetzt auch schon die Liedtexte von brasilianischer Musik. Vor ein paar Tagen, habe ich mal wieder das in Deutschland so beliebte Liebe 'ai se te pego' von Michel Telo angehört und versteh jetzt wirklich, warum das überall Erfolg hatte, außer bei den Brasilianern selbst.
Heute habe ich auch einmal wieder schulfrei, weil in der Schule Lehrerkonferenz ist. Heute ist der 2. Mai und was heißt das? Das heißt, dass ich nur noch genau zwei Monate in Brasilien bin. Nur noch zwei Monate von ursprünglich elf. Wo ist die Zeit hin? In 62 Tagen werde ich schon wieder zurück nach Deutschland gehen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie es mir vor einem Jahr um diese Zeit ging. Voller Vorfreude, voller Freude auf das was kommen würde. Ich hatte vor genau einem Jahr gerade die Nachricht erhalten, dass ich ein Stipendium bekommen habe und war wohl die glücklichste Person auf Erden. Und jetzt ist das alles auch schon wieder ein Jahre her.
Ab Samstag fahre ich dann erst einmal für 9 Tage mit über 60 anderen Austauschschülern zum Amazonas. *-* Ich wollte schon immer einmal zum Amazonas und jetzt wird auch dieser Traum Wirklichkeit. Ich freue mich einfach auch schon total auf nächste Woche. Das wird dann aber auch schon meine letzte größere Reise. Ich werde mich dann in zwei Wochen nach der Reise wieder melden und alles berichten.

Bis dahin,

eure Lisa





Sehr schick